DER KLIMAWANDEL IST EINE DER GRÖSSTEN HERAUSFORDERUNGEN FÜR UNS UND ZUKÜNFTIGE GENERATIONEN.

Welche Veränderungen sind festzustellen und was erwartet uns in der Zukunft? Und wie können wir angemessen reagieren, um den Klimawandel beherrschbar zu halten? Wie erklärt die Wissenschaft die komplexen Vorgänge und welche Lehren sind daraus zu ziehen?


Kohlendioxid - Holz für die Bilanz (14.03.2012)

Kohlekraftwerke werden klimafreundlicher, wenn Betreiber einen Teil des Brennstoffs durch Biomasse ersetzen. Doch einige Fachleute sehen das kritisch. Soll hier nur der Anschein von Umweltfreundlichkeit vermittelt werden?

Kohle hat eine miserable Klimabilanz. Der CO2-Ausstoß von Kohlekraftwerken liegt zwei- bis dreimal so hoch wie der gasbefeuerter Anlagen. Dabei war der fossile Brennstoff selbst einmal eine erneuerbare Energieform: Kohle ist aus Holz und Pflanzenresten entstanden, die in der Erde viele Millionen Jahre lang Druck und Hitze ausgesetzt waren.

Jetzt möchten Energiekonzerne wie RWE oder Vattenfall die Verwandtschaft von Holz und Kohle nutzen, um ihre Kraftwerke klimafreundlicher zu machen. Einige Anlagen sollen bis zu 20 Prozent des fossilen Brennstoffs durch Holzhackschnitzel und -pellets ersetzen.

Technisch ist das kein Problem: Die Biomasse wird genauso wie Stein- oder Braunkohle zu feinem Staub vermahlen und dann in die Feuerungskammer geblasen. Vattenfall hat das im vergangenen Jahr in einem Berliner Heizkraftwerk erprobt und dort 400 000 Christbäume sowie 4300 Tonnen Holzreste aus der Landschaftspflege verbrannt. Da Biomasse als CO2-neutral gilt, weil Bäume beim Wachsen Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen, verbessert das sogenannte Co-Firing die Klimabilanz.

Der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Stephan Kohler, hält dies für sinnvoll. Weil die Energiewende nicht schnell genug vorankomme, "müssen wir in den nächsten zehn Jahren verstärkt die bestehenden Kohlekraftwerke einsetzen", sagt er. "Die Mitverbrennung von Holz ist ein guter Weg, deren CO2-Emissionen zu reduzieren." 28 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr könnten eingespart werden, wenn alle deutschen Kohlekraftwerke zehn Prozent des fossilen Brennstoffs durch Holz ersetzten, besagt eine Dena-Studie.

Einige Fachleute sehen das anders. "Das Mitverbrennen von Holz dient lediglich dazu, Kohlekraftwerken den Anschein von Umweltfreundlichkeit zu verleihen", erklärt Tina Löffelsend, Energieexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Die Umweltschützer kritisieren vor allem, dass die Ressource Holz in Kohlekraftwerken nicht optimal genutzt werde. Die Anlagen verwerteten maximal 40 Prozent der Energie, die im Brennstoff steckt. In kleinen, dezentralen Biomasse-Heizkraftwerken wäre der Ertrag fast doppelt so hoch.

Trotz des niedrigen Wirkungsgrades der Kohlemeiler gehört Co-Firing zu den günstigsten Wegen, Treibhausgase bei der Energieerzeugung zu vermeiden, hat die Dena in ihrer Studie ermittelt. "Die Technologie nutzt die vorhandene Infrastruktur und entlastet die Netze", erklärt Hans Dieter Hermes von Vattenfall. Zudem könne die Mitverbrennung von Holz Grundlast liefern, also anders als Windkraft- oder Solaranlagen kontinuierlich und planbar Strom erzeugen.

Dennoch ist auch das Co-Firing für die Kraftwerksbetreiber ein Zuschussgeschäft. Dena-Chef Kohler schlägt deshalb vor, über eine Förderung der Technologie durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz nachzudenken. Allerdings sollte das nur für solche Steinkohlekraftwerke gelten, die neben Strom auch Wärme erzeugen; sie sind effizienter als herkömmliche Kohlemeiler. In Dänemark oder Großbritannien hat der Staat bereits Anreize für das Co-Firing geschaffen.

Wichtig ist auch, über die Herkunft des Holzes nachzudenken. Immerhin wären allein in Deutschland sieben Millionen Tonnen Pellets pro Jahr nötig, um zehn Prozent Kohle zu ersetzen. Die Jahresproduktion liegt hierzulande bei 1,9 Millionen Tonnen, die inzwischen viele Eigenheimbesitzer in ihrer Heizung verfeuern. Für sie würden die Preise trotz der neuen Konkurrenz um den Brennstoff aber nicht steigen, erwartet Christian Rakos, Präsident des European Pellet Council: "Der Einsteig der Energieversorger wird den Markt stabilisieren. Die Kraftwerke sind ein gigantischer Puffer." Wird der Brennstoff zu teuer, können die Stromproduzenten die Mitverbrennung zurückfahren, was kostendämpfend wirkt. Dazu komme, so Rakos, dass die globale Pelletproduktion momentan stark ausgeweitet werde.

Die Dena will den Bedarf für das Co-Firing vor allem mit Altholz, etwa aus der Waldpflege, decken. Es könnte aus Ländern wie Russland oder der Ukraine importiert werden. "Dabei ist es natürlich zwingend notwendig, dass die Biomasse Nachhaltigkeitsstandards erfüllt", sagt Kohler. Vattenfall hat sich bereits verpflichtet, nur nachweislich nachhaltige Biomasse einzusetzen. Dabei stand der Versorger allerdings unter öffentlichem Druck. Es war herausgekommen, dass die schwedische Muttergesellschaft für ihre Biomasse-Kraftwerke einen Vertrag über Holzlieferungen aus dem westafrikanischen Liberia geschlossen hatte.

(Quelle: Süddeutsche.de, Von Ralph Diermann, Kohlendioxid - Holz für die Bilanz)


Shrimps haben gigantischen CO2-Fußabdruck (21.02.2012)

Der Genuss eines Shrimpscocktails kommt dem Planeten Erde teuer zu stehen: Der CO2-Fußabdruck von 100 Gramm des winzigen Party-Hinguckers ist so groß wie die Verbrennung von 90 Litern Benzin. Ins Gewicht fällt dabei, das für die Anlage von Garnelenfarmen vielerorts Mangrovenwälder vernichtet werden, sofern es sich nicht um nachhaltige Produktion handelt.

Genf - Die Erderwärmung setzt sich nach Erkenntnissen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) weiter fort. So sei 2011 das wärmste Jahr mit einem kühlenden sogenannten La Niña-Effekt gewesen, seit 1850 die regelmäßige Aufzeichnung von Wetterdaten begann, erklärte die WMO am Freitag in Genf aus Anlass des Welttages der Meteorologie

Washington - Tauende Permafrostböden setzen durch verrottendes Pflanzenmaterial neben Kohlendioxid (CO2) auch viel Methan frei. Ein Gas, das 21 Mal klimaschädlicher ist als CO2. Laut der am Mittwoch veröffentlichten Studie der University of Colorado zufolge werden im Jahr 2200 bis zu zwei Drittel der Permafrostböden der Welt geschmolzen sein. Die US-Forscher haben die weltweite Eisschmelze berechnet und warnen, dass damit bisher gültige Klimaschutzziele deutlich in Frage gestellt sind

Die Ozeane speichern höhere Temperaturen länger als bislang gedacht, weil der normale Wärmeaustausch gestört wird, fanden Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) heraus. Wärme in tieferen Wasserschichten wird hierbei durch eine Abkühlung der obersten Wasserschichten gleichsam gefangen gehalten, heißt es in der Studie, die demnächst in der Zeitschrift Earth System Dynamics veröffentlicht wird

Washington - Das Eis in der Arktis wird nach Schätzung von US-Forschern in 20 bis 30 Jahren während der Sommermonate komplett wegschmelzen. «Allen Anzeichen zufolge wird das Meereis über die kommenden Jahrzehnte weiter zurückgehen», teilte das Schnee- und Eis- Datenzentrum (NSIDC) in Boulder (US-Staat Colorado) am Montag (Ortszeit) mit. Das lasse sich auch aus aktuellen Beobachtungen in diesem Sommer rund um den geografischen Nordpol wieder schließen


7,5 Tonnen CO2-Emissionen je Einwohner durch Konsum in 2009 (13.12.2010)

Wiesbaden - Im Jahr 2009 beliefen sich die gesamten direkten und indirekten CO2-Emissionen der privaten Haushalte in Deutschland auf 618 Millionen Tonnen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mit Blick auf die gerade zu Ende gegangene UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún mitteilt, entspricht das einem Wert von 7,5 Tonnen je Einwohner.

Die positive Preisentwicklung der vergangenen Jahrzehnte spricht für sich - ein Investment in Holz ermöglicht eine stabile und kontinuierliche Wertsteigerung. Galt eine solche Kapitalanlage vor wenigen Jahren noch als Geheimtipp, entdecken nun immer mehr Anleger ihr großes Potenzial. Allein in den USA waren am Ende des vergangenen Jahres etwa 18 Milliarden US-Dollar in Holz angelegt. Damit stieg das dort in diesen Rohstoff investierte Kapital von Ende 2003 bis Ende 2006 um etwa 30 Prozent. Der entscheidende Grund für den Anstieg der Holzpreise ist die starke Nachfrage. Vor allem durch das hohe Wirtschaftswachstum der asiatischen und osteuropäischen Länder und dem damit verbundenen Anstieg des Lebensstandards ist ein erhöhter Bedarf an Holz vorhanden. Dabei werden neben Bauholz vor allem Holzprodukte wie Möbel, Papier oder Zellulose benötigt. Auch die Erfindung der Holzpellets hat zu diesem Boom beigetragen. Holzpellets werden aus Sägemehl und Holzspänen gepresst und lassen sich so komfortabel verbrennen wie öl oder Gas. Aufgrund der Umweltfreundlichkeit erfreut sich diese Heizmethode zunehmender Beliebtheit.

Holz als Energielieferant
Darüber hinaus teilt Holz das gleiche Schicksal wie die anderen regenerativen Energieträger. Aufgrund der Endlichkeit fossiler Brennstoffe und der unkontrollierbaren Risiken der Atomkraft wird die Nachfrage nach Alternativen in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Gegenüber Wind- und Sonnenenergie verfügt Holz durch seine Lagerfähigkeit über einen wichtigen Vorteil. Da bei der Holzverbrennung nur soviel Kohlendioxid (CO2) an die Luft abgegeben wird, wie zuvor von den Pflanzen aufgenommen wurde, gilt diese Form der Energieerzeugung als besonders umweltfreundlich. Und nicht zuletzt überzeugt Holz durch eine weitere Eigenschaft: Die Renditen eines Holzinvestments weisen nur eine geringe Korrelation zu der Wertentwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten auf und es bietet sich damit auch als Depotbeimischung an.

Das Open End Index-Zertifikat auf den TIMBEX
In Zusammenarbeit mit dem Indexanbieter Dow Jones Indexes hat die Socit Gnrale den World Timber Total Return Index (TIMBEX) aufgelegt, der die fünfzehn weltweit größten Unternehmen enthält, die im Bereich der Holzwirtschaft tätig sind. Mit einem Open End Index-Zertifikat (WKN: SG0TBX) auf diesen Index haben Anleger die Möglichkeit, gleichzeitig in diese Unternehmen zu investieren und so von den Wachstumschancen der Holzwirtschaftsbranche zu profitieren.
 
(Quelle: N-TV, Von Markus Jakubowski, Derivate-Spezialist von der Société Générale)

SPAREN MIT DER BAUM-SPARKASSE
Holz bietet als Anlageform hohe Renditen - und gute Zukunftsaussichten. Doch für private Anleger ist der Markt kaum zugänglich. Neue Zertifikate und Baumsparkassen bieten einen Einstieg ins Natur-Investment. Von der "Königsklasse unter den Rohstoffen" schwärmt der Fonds Händler Andreas Rühl in einer Studie über Edelholz. Er sei überzeugt, dass der Rohstoff "in einigen Jahren eine gesuchte, allerdings naturbedingt nicht unendlich zur Verfügung stehende Vermögensklasse sein wird". Dafür spreche die seit Jahren hohe Rendite, das knapper werdende Angebot bei schnell wachsender Nachfrage und das natürliche Wachstum: "Sie werden vermögender, selbst wenn der Preis von Edelhölzern nicht steigen würde." Das Wachstum lässt sich nicht nur an Jahresringen ablesen. Der US-Waldbesitzindex NCREIF Timberland Property brachte in den 20 Jahren seines Bestehens im Durchschnitt eine Rendite von 15 Prozent, mehr als Aktien oder Anleihen. Und mittelfristig dürfte der Markt mit ähnlichen oder noch höheren Raten wachsen. Denn die Nachfrage vor allem für Industrieholz und Brennstoff zieht rasch an, hauptsächlich aus Wachstumsmärkten wie China. Außerdem ist Holz als Material für Hausbau und Einrichtung weltweit in Mode. Langfristig könnte der nachwachsende und für das Klima unschädliche Rohstoff dem knapper werdenden öl Konkurrenz als Energieträger machen. Auf der anderen Seite ist das Angebot an gutem Nutzholz begrenzt. Das wird trotz aller Aufforstungen noch eine Weile so bleiben, denn die meisten Bäume benötigen mehr als 20 Jahre, bis sie geschlagen werden können - Eichen sogar 200. Die Knappheit sorgt für rasch steigende Preise. Der Hauptverband der deutschen holzverarbeiten- den Industrie meldete für 2006 eine 30-prozentige Inflation. Neben Spanplatten für die Möbelindustrie oder Holzpellets sei auch Eiche fürs Parkett um mehr als ein Drittel teurer geworden. Privatleute stehen auf der falschen Seite des boomenden Markts. Man müsste selbst in Holz anlegen - bloß wie?

Ein Markt für Experten
Laut der Waldinventur der Bundesregierung gehört die Forst- und Holzwirtschaft mit einem Jahresumsatz von 100 Milliarden Euro und 1,1 Millionen Beschäftigten zu den wichtigsten Branchen in Deutschland. Doch Aktien von Unternehmen aus dem Sektor sind rar. ... Die klassische Form der Holzanlage jedoch ist eigener Waldbesitz. Auf diese Weise können Langfristanleger ihr Vermögen inflationssicher und wachstumsträchtig unterbringen. Der Haken dabei ist, dass ein Forst eben nicht von allein wächst, sondern fachkundig bewirtschaftet werden muss. Holz zu vermarkten, ist ebenfalls eine Aufgabe für Kenner. Zwar wird der Rohstoff weltweit gehandelt, es gibt aber keine einheitliche Börse und auch keinen Weltmarktpreis. Der Festmeter Teak etwa kann je nach Qualität und lokalen Marktverhältnissen zwischen 400 und 4000 Dollar kosten. Während es in den USA inzwischen mehrere Firmen gibt, die im Auftrag von Anlegern Waldbesitz managen, und Pensionsfonds oder Universitätsstiftungen einen großen Teil ihres Portfolios als Waldgrundstücke halten, bleibt privater Forstbesitz in Deutschland eine Domäne des Adels.
 
(Quelle: SPIEGEL ONLINE, Von Arvid Kaiser, Holz als Anlage)

WACHSTUM FÜRS DEPOT
Wald bringt Stabilität ins Wertpapierportfolio - in Form von Aktien, Zertifikaten und geschlossenen Fonds. Lohnende Produkte für Anleger. Die Stiftungsfonds der Universitäten Yale und Harvard tun es seit über 20 Jahren. Adelsfamilien und Großgrundbesitzer sowieso. Seit Kurzem entdecken auch Privatanleger eine neue Investitionsklasse: den Wald. Bäume sind neben öl und Gas der wichtigste Rohstoff der Erde. Holz ist Brennstoff und Basisprodukt für Möbel und Papier. Die Nachfrage nach Nutz- und Edelhölzern steigt mit der Weltbevölkerung. 1,3 Kilo Holzprodukte verbraucht ein Mensch im Schnitt pro Tag. Bis 2030 werden rund zwei Milliarden Menschen mehr auf der Erde leben als heute.

Verbrauch und Preise steigen
Der Rohstoffhunger von Schwellenländern wie China und Indien erhöht den Bedarf zusätzlich. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO schätzt, dass allein der Holzbedarf Chinas bis zum Jahr 2050 um mehr als 50 Prozent steigen wird. Die globale Nachfrage nach Rundholz, also nicht verarbeiteten Stämmen, verdoppelt sich bis 2030 auf rund 800 Millionen Kubikmeter, erwartet das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). "Die Preise für den Rohstoff Holz stehen vor einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung", prognostiziert der HWWI-Report "Klimawandel - Strategie 2030".
 
(Quelle: FOCUS MONEY, Von FOCUS-MONEY-Redakteur Christian Bieker, Holz-Investments)

ALTERNATIVE ANLAGEN - ES GEHT AUCH "KONVENTIONELL"
Wer "Alternative Investments" hört, denkt rasch an Hedge Fonds oder ähnliches. Das muß aber nicht sein. Biomasse wächst geometrisch und unabhängig von den Finanzmärkten. Mit Nutzholz läßt sich Geld verdienen. Werden Anleger mit den Begriffen "Alternative Investments" konfrontiert, so dürfte die Tendenz groß sein, an komplexe Zertifikate, Hedge Fonds oder ähnliches zu denken. Alternativ heißt im Zusammenhang mit Vermögensanlagen in der Regel nur, daß sich die auf diese Weise bezeichnete Anlageform anders verhält als etwa Aktien oder Anleihen. Mit "Verhalten" in diesem Sinne sind in der Regel die Korrelation und das Risiko-Ertragsverhältnis gemeint. Sie fallen bei den alternativen Anlagen in der Regel aus dem üblichen Rahmen. Aber nicht alles, was "alternativ" heißt und ist, muß auch kompliziert sein. Das zeigt sich beispielsweise an der Erzeugung und der Vermarktung von Nutzholz.

Biomasse wächst geometrisch und unabhängig von den Finanzmärkten
Das mag uninteressant klingen, wenn man dabei nur an deutsche oder europäische Wälder denkt. Hier sind die Produktions- und Verarbeitungskosten im Vergleich mit den erzielbaren Preisen für die Endprodukte vergleichsweise hoch. Anleger und Fonds können sich aber auch international orientieren und finden in anderen Ländern und Klimaregionen ganz andere Wachstums- und auch Kostenverhältnisse. Das geniale an Investitionen in diesem Bereich ist zunächst einmal die Tatsache, daß das natürliche biologische Massewachstum geometrischen, das heißt exponentiellen Regeln folgt und damit völlig unabhängig ist von der Entwicklung an den Aktien- und den Rentenmärkten. Wie sich die Preise für die Endprodukte entwickeln, dürfte zwar auf einem anderen Blatt stehen. Wer allerdings auf die richtigen Standorte und die effiziente Verarbeitung setzt, dürfte gute Aussichten auf eine attraktive Rendite haben. Der GMO Renewable Resources hat beispielsweise eine jährliche Rendite von 9,7 Prozent erzielt in einer Phase, in der die Holzpreise deutlich fielen. In den vergangenen Monaten sind sie unter anderem auf Grund des Baubooms in Amerika gestiegen.

Langfristige Rendite von knapp zehn Prozent
Auch das indirekt investierende Fidelity Select Paper & Forest Products Portfolio hat sich zumindest auf Jahressicht gegen den S&P 500 sehr gut geschlagen, auf Sicht von zehn Jahren hat es eine jährliche Rendite von 9,93 Prozent erzielt. Zu den "Kerninvestments" zählen aktuell Aktien wie Smurfit-Stone Container, Bowater, Packaging Corp of America, International Paper, Georgia Pac, Sealed Air, Weyershäuser, Temple- Inland, Meadwestvaco und Louisiana Pacific. Sie machen insgesamt 62 Prozent des Portfolios aus. Dabei muss sich eine Anlage nicht unbedingt auf den konventionellen Anbau beschränken. Sondern Unternehmen wie das schweizerische Precious Woods erzielen Erfolge nach dem Motto: Die beste Art, tropische Wälder zu schützen, ist, diese nachhaltig zu nutzen. Die Aktie des Unternehmens konnte seit Beginn des Jahres einen Kursgewinn von mehr als 30 Prozent erzielen und hat sich seit dem Börsengang besser entwickelt als der Vergleichsindex SPI. Die Aktie ist im Moment sicherlich nicht sonderlich günstig, allerdings entwickelt sich das Unternehmen in die richtige Richtung und erzielt Gewinne.

Selbst nachhaltige Wirtschaft rentabel
Precious Woods praktiziert nachhaltige Forstwirtschaft in eigenen Wäldern. Hier wird zwar Holz geerntet, aber nur soviel und so schonend, dass der Wald möglichst intakt bleibt. Nach der Ernte wird der Wald überwacht, damit keine Siedler oder illegale Holzfäller eindringen können. Im Wald und in der nachgelagerten Holzverarbeitung hat Precious Woods Brazil über 1.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die geernteten Hölzer werden unter anderem zu Schnittholz, im Wasserbau, zu Gartenmöbeln und auch zu Sperrholz verarbeitet. Während institutionelle Anleger auf Grund größerer Anlagebeträge in diesem Bereich relativ einfach direkt in Wälder investieren können, ist es für Privatanleger schwieriger. Er kann nur auf die wenigen angebotenen Fonds setzen oder sich entsprechend spezialisierte Unternehmen ins Depot legen. Die Aktie von Precious Woods ist allerdings nicht sonderlich günstig und nur an der Schweizer Börse handelbar. Zu kleinen Anteilen ist sie in verschiedenen ökofonds enthalten.
 
(Quelle: Frankfurter Allgemeine FAZ.NET, Von @cri, Strategie)

WALD WÄCHST IMMER
Vor allem vermögende sowie institutionelle Investoren setzen auf die Anlageklasse Holz. Für Privatanleger ist die Auswahl noch sehr gering. Doch die Zahl der Fonds und Zertifikate steigt. Fast verzweifelt halten Anleger in diesen Tagen Ausschau nach sicheren Investitionsmöglichkeiten. Denn im Zuge der Finanzkrise haben nahezu alle Assetklassen kräftig an Wert verloren. Doch statt das Geld unters Kopfkissen zu legen, wollen viele Investoren lieber Sachwerte, also Dinge, die man mehr oder weniger anfassen kann. "Die Rückbesinnung auf Sachwerte wie Wald oder Immobilien ist derzeit sehr auffällig", sagt Ferdinand Fiedler, Vorstandsvorsitzender der Vermögensverwaltung Neue Vermögen. Statt Rendite ist das Thema Wertsicherung plötzlich wichtiger. Diese Entwicklung ist derzeit besonders bei reichen Investoren zu beobachten, die oft als eine Art Trendsetter für Privatanleger gelten. Speziell Waldinvestments bieten gerade konservativen Anlegern eine Ergänzung fürs Portfolio: "Holz schützt vor Inflation, und das automatische Wachstum sorgt für stetige Erträge", sagt Fiedler. Zudem entwickeln sich Waldinvestments völlig unabhängig von der Börse.

Investments in Ackerland und Wälder werden beliebter
Doch auch Ackerland wird als Investment bei vermögenden Investoren immer beliebter. Schon mehrfach hat Vermögensverwalter Fiedler für Kunden den Kauf einer größeren Fläche Waldes sowie Ackerlands vorbereitet und auch abgeschlossen. "Der Trend der Zukunft wird sein, verstärkt Investments im Depot zu haben, die nicht abhängen von irrwitzigen Reaktionen der Anleger, sondern die auf Beurteilungen von unabhängigen Gutachtern basieren", prognostiziert Fiedler. Dazu gehören neben Immobilien vor allem auch Wald und Ackerland. Der Wert eines Waldes hängt vom Holzbestand ab, der Wert eines Ackerlandes vom Boden. "Wir müssen weg von der Irrationalität, hin zur Berechenbarkeit - und das funktioniert nur über Gutachten", sagt der Vermögensverwalter.

Wald als Anlageform ist krisensicher und renditestark
Wald ist als Investment begehrt, weil es gleich eine ganze Menge Vorteile bietet. Die Anlageform ist renditestark und krisensicher. Die Holzpreise müssen nicht einmal zulegen, damit sich ein Waldinvestment rechnet: Weil Bäume anders als andere Rohstoffe ganz von allein wachsen, steigt ihr Wert über die Zeit automatisch an. "Die Forstwirtschaft ist ja im Grunde die Erfinderin der Nachhaltigkeit. Die Idee, die dahintersteht, lautet, nicht mehr an Ressourcen zu nutzen als nachwachsen kann", sagt Christopher Butz, Nachhaltigkeitsexperte bei der Schweizer Fondsgesellschaft Pictet. Insofern sei das Thema Holz ein zentrales Thema für den Bereich Nachhaltigkeit. Die Stiftung der amerikanischen Eliteuniversität Yale gilt als Vorreiter. In dem hohen Anteil sogenannter "Real Assets" sind neben Immobilien und Rohstoffen auch Wald sowie Farmland. Neben Yale bauen auch andere Universitätsstiftungen wie Harvard oder Stanford auf die stabilisierenden Eigenschaften von Bäumen und Ackerland aufs Portfolio. Sie besitzen Nutz- und Edelholzwälder sowie landwirtschaftliche Flächen rund um den Globus.
 
(Quelle: FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND, Von Heino Reents, Rohstoffe)